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Aktualisiert

Eigenanteil 2025: Kosten steigen weiter

Der durchschnittliche Eigenanteil für einen Pflegeheimplatz in Deutschland ist erneut gestiegen. Familien müssen im Bundesdurchschnitt rund 2.871 € pro Monat aus eigener Tasche zahlen — ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern bleiben erheblich.

Veröffentlicht am 1. März 2025 · Zuletzt aktualisiert: 1. März 2025 · Lesezeit: ca. 5 Min.

Redaktion: Pflegeheim-Vergleich · Quellen: vdek, BMG, PKV-Verband

Wichtige Änderungen

  • Bundesdurchschnitt: ca. 2.871 € Eigenanteil pro Monat (gesamt, ohne Leistungszuschläge)
  • Teuerste Bundesländer: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und das Saarland mit über 3.000 €/Monat
  • Günstigste Bundesländer: Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen mit unter 2.200 €/Monat

Wie setzt sich der Eigenanteil zusammen?

Der Gesamteigenanteil im Pflegeheim besteht aus vier Komponenten. Nur der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) wird durch die Leistungszuschläge nach §43c SGB XI reduziert. Die übrigen Kosten tragen die Bewohner vollständig selbst:

Kostenart Ø Bundesdurchschnitt
Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE)ca. 1.315 €
Unterkunft & Verpflegungca. 920 €
Investitionskostenca. 518 €
Ausbildungsumlageca. 118 €
Gesamtca. 2.871 €

Eigenanteil nach Bundesland

Die regionalen Unterschiede beim Eigenanteil sind erheblich. In Nordrhein-Westfalen zahlen Pflegeheimbewohner im Durchschnitt über 800 € mehr pro Monat als in Sachsen-Anhalt. Die Ursachen liegen in unterschiedlichen Personalkosten, Investitionskosten und landesspezifischen Regelungen zum Pflegewohngeld.

Einige Bundesländer — darunter Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern — zahlen ein Pflegewohngeld, das die Investitionskosten für Sozialhilfeempfänger übernimmt. In anderen Bundesländern fehlt diese Entlastung vollständig.

Auswirkungen

Die steigenden Eigenanteile belasten Familien zunehmend. Viele Renten reichen nicht aus, um die Kosten zu decken — Kinder werden über den Elternunterhalt herangezogen, sofern ihr Jahresbruttoeinkommen über 100.000 € liegt. Die 2025 eingeführte Leistungserhöhung von 4,5 % federt den Anstieg teilweise ab, gleicht ihn aber nicht vollständig aus.

Ein positiver Faktor: Die seit 2022 geltenden Leistungszuschläge nach §43c SGB XI senken den pflegebedingten Eigenanteil insbesondere für Langzeitbewohner deutlich. Wer länger als 36 Monate im Pflegeheim lebt, erhält einen Zuschlag von 75 % auf den EEE.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Vergleichen Sie die Eigenanteile verschiedener Einrichtungen in Ihrer Region — die Unterschiede können mehrere hundert Euro pro Monat betragen
  • Prüfen Sie den Anspruch auf Leistungszuschläge — Leistungszuschläge nach §43c SGB XI

Quellen

  1. Verband der Ersatzkassen (vdek) — Eigenanteilstatistik stationäre Pflege
  2. Bundesgesundheitsministerium (BMG) — Leistungen der Pflegeversicherung
  3. PKV-Verband — Pflegedatenbank und Eigenanteilentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Eigenanteil im Pflegeheim?
Der Eigenanteil ist der Betrag, den Pflegeheimbewohner selbst zahlen müssen. Er setzt sich aus vier Komponenten zusammen: dem einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die Pflege, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie den Investitionskosten der Einrichtung. Die Pflegekasse übernimmt nur einen Teil der reinen Pflegekosten.
Warum steigt der Eigenanteil jedes Jahr?
Die Hauptursachen sind steigende Personal- und Sachkosten in der Pflege, Tarifsteigerungen durch die 2022 eingeführte Tarifbindungspflicht sowie allgemeine Inflation. Obwohl die Leistungen der Pflegeversicherung 2025 um 4,5 % gestiegen sind, reicht das nicht aus, um die Kostensteigerungen vollständig auszugleichen.
Wie kann ich den Eigenanteil senken?
Es gibt mehrere Möglichkeiten: Leistungszuschläge nach §43c SGB XI reduzieren den pflegebedingten Eigenanteil abhängig von der Aufenthaltsdauer. Zusätzlich können Sozialhilfe (Hilfe zur Pflege nach SGB XII), Wohngeld oder das Pflegewohngeld einzelner Bundesländer helfen. Ein Vergleich verschiedener Einrichtungen lohnt sich, da die Eigenanteile stark variieren.

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